Energie, die Raufutter allein nicht liefern kann - und die richtig dosiert werden muss.
Kraftfutter ist Getreide, Müsli, Pellets, Öl. Der Unterschied zu Heu: Es wird nicht im Dickdarm durch Mikroben aufgeschlossen, sondern enzymatisch im Dünndarm verdaut. Genau das macht es effizient. Und riskant, wenn man es falsch dosiert. Ab rund 1 g Stärke pro Kilo Körpergewicht und Mahlzeit reicht die Dünndarmkapazität nicht mehr aus.
Höchster Rohfasergehalt aller Getreidearten (≈ 10 %)
Stärke im Dünndarm zu ca. 90 % verdaulich - auch ungequetscht
Gilt als das verträglichste Getreide fürs Pferd
Gerste & Mais
≈ 50-65 % Stärke
Deutlich schlechtere Dünndarm-Verdaulichkeit als Hafer im Rohzustand
Müssen aufgeschlossen (gequetscht/geflockt) werden
Höhere Energiedichte - daher kleinere Portionen als bei Hafer
Öl & Müsli/Pellets
bis 34 MJ/kg (Öl)
Pflanzenöl: höchste Energiedichte aller Futtermittel
Ideal zur Energieaufwertung ohne zusätzliche Stärkebelastung
Müsli/Pellets: Stärke- und Zuckergehalt schwanken - Deklaration prüfen
300–500 g
pro 100 kg Körpergewicht und Tag, je nach Arbeitsbelastung
Beispiel 500-kg-Pferd, mittlere Arbeit: 1,5–2,5 kg Hafer/Krippenfutter täglich, zusätzlich zu ausreichend Raufutter.
Auf mindestens 3 Mahlzeiten verteilen – nie als eine große Portion füttern.
300–500 g ist ein Richtwert – kein Rezept für dein Pferd
Gewicht, Rasse, Nutzung, Body Condition Score, EMS oder Hufrehe verändern die Zahl teils deutlich. Der Futterrechner berechnet in 5 Schritten die individuelle Empfehlung – kostenlos, ohne Anmeldung.
Warum die Menge pro Mahlzeit über Gesundheit entscheidet
Ein Mechanismus, drei Stationen.
Stärkeaufnahme im Dünndarm Enzym Amylase spaltet Stärke zu Traubenzucker
→
Kapazitätsgrenze ~1 g Stärke/kg Körpermasse pro Mahlzeit, besser nur 0,5 g/kg
→
Bei Überschreitung Unverdaute Stärke im Dickdarm → Fehlgärung, Kolik- und Hufrehe-Risiko
Rechenbeispiel: Mais enthält rund 680 g Stärke pro Kilogramm. Ein 650-kg-Pferd verträgt davon maximal 1 kg pro Mahlzeit, besser nur 500 g.
Hafer enthält mit rund 390 g Stärke pro Kilogramm deutlich weniger und zudem besser verdauliche Stärke – davon verträgt ein Pferd entsprechend mehr pro Mahlzeit.
Gutes vs. minderwertiges Kraftfutter erkennen
Gutes Kraftfutter
✓Deklarierter Stärke- und Zuckergehalt
✓Getreide sauber, trocken (Feuchte unter 14 %), frei von Staub und Schimmel
✓Gerste/Mais sichtbar aufgeschlossen, nicht roh und ganz
✓Passend zur Arbeitsbelastung dosiert – kein Sicherheitszuschlag
Problematisches Kraftfutter
✗Hoher Melasseanteil ohne Notwendigkeit
✗Rohe, ungequetschte Gerste oder ganzer Mais
✗Verklumpt, muffig, mit Schimmelansatz
✗Als einzige tägliche Mahlzeit statt auf Portionen verteilt
Stärkeüberladung
Übersteigt die Stärkemenge pro Mahlzeit die Dünndarm-Kapazität, gärt der Rest unverdaut im Dickdarm. Das kann der Auslöser für Koliken, saure Kotwerte, in der Folge Hufrehe sein.
Zu wenig Kautätigkeit
Kraftfutter wird schneller gefressen als Heu. Weniger Kauen heißt weniger Speichel zur Pufferung der Magensäure. Risikofaktor für Magengeschwüre, vor allem bei hastigen Fressern.
Energiereiche Ergaenzungsfuttermittel - vor allem Getreide (Hafer, Gerste, Mais), Muesli, Pellets und Oele. Verdaut wird es enzymatisch im Duenndarm, nicht wie Raufutter durch Mikroben im Dickdarm.
Wie viel Kraftfutter braucht ein Pferd pro Tag?
Richtwert: 300-500 g pro 100 kg Koerpergewicht und Tag, je nach Arbeitsbelastung. Ein 500-kg-Pferd mit mittlerer Arbeit kommt so auf etwa 1,5-2,5 kg taeglich, verteilt auf mindestens drei Mahlzeiten.
Wie viel Kraftfutter ist pro Mahlzeit sicher?
Maximal 1 g Staerke pro kg Koerpergewicht pro Mahlzeit, besser nur 0,5 g/kg. Bei einem 650-kg-Pferd sind das rund 1 kg Maisflocken pro Mahlzeit, im Idealfall die Haelfte.
Welches Kraftfutter ist am vertraeglichsten?
Hafer. Seine Staerke ist im Duenndarm zu rund 90 Prozent verdaulich, auch ungequetscht. Gerste und Mais schneiden schlechter ab und muessen aufgeschlossen werden.
Welche Risiken hat zu viel Kraftfutter?
Überschreitet die Staerkemenge die Kapazitaet des Duenndarms, landet der Rest unverdaut im Dickdarm. Dort kommt es zu Fehlgaerung, der pH-Wert sinkt, Gas bildet sich - Hauptausloeser fuer Koliken und ein anerkannter Risikofaktor fuer Hufrehe.
Die Informationen auf dieser Website sind nur für die allgemeine Orientierung gedacht. Sie ersetzen keine professionelle tierärztliche Beratung. Wenn Sie die Ernährung Ihres Pferdes ändern wollen, fragen Sie Ihren Tierarzt. Wir übernehmen keine Verantwortung für gesundheitliche Probleme, die durch genannte Produkte entstehen.
Unsere Seite verwendet Cookies, um Ihnen das beste Ergebnis beim Besuch unserer Webseite bereitstellen zu können. Neben essenziellen Cookies,
die immer gesetzt werden und für die Funktionalität der Seite sorgen, setzen wir auch nicht-essenzielle Analyse-Cookies und Cookies für Kartendienste ein. Mit diesen
Cookies können wir Besucherstatistiken führen, damit wir unser Angebot optimieren und Ihnen das bestmögliche Erlebnis beim Besuch der Webseite ermöglichen können.
Cookies für Kartendienste ermöglichen Ihnen unseren Standort einfach und schnell anhand einer Karte aufzufinden. Beim Einsatz von Cookies kann es zu Drittlandübermittlungen (z.B. USA) kommen.
Mit Ihrer Einwilligung zur Nutzung von nicht-essenziellen Cookies willigen Sie zugleich gem. Art. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO in die Übermittlung in Drittländer ein.
Sie können Ihre Einwilligungen jederzeit bearbeiten und mehr über die Cookies erfahren indem Siehierklicken. Unser Datenschutz